Der Wal
von Ulrich Höffer
(eine Ballade von Enie Ralf und Elisa Walkowiak)
Ein Wal, er gleitet
durchs tiefe Blau.
Er spürt den Meeresboden rau.
Er sah bereits den hohen Norden.
Die Tiere wirkten vereist geworden.
Doch der Wal, er hatte keine Angst,
denn er wusste, die Tiere hatten noch eine Chance.

Die Schnecken, sie kleben an seiner Haut.
Der Wal er singt sein Lied, ganz laut.
Man hört ihn auch im tiefen Blau.
Seine Stimme überhaupt nicht rau.
Er sieht die Welt wie niemand sonst.
Die Wellen des Ozeanes blau.
Wie die Haut eines Wales rau.

Der Wal, er liebt den Ozean.
Nur dort fühlt er sich wirklich gut.
Stets und ständig beweist er Mut.
Er sieht ein Wrack am Boden liegen
Und er denkt: „Ach, könnte ich nur wie ein Vogel fliegen.
Dann würd‘ ich die Welt von oben sehen.
Ich hätt‘ auch nicht mehr diese Wehen.“
So schwimmt der Wal nun auf den Strand.
Er fühlt den weichen Silbersand.

Die Muscheln, sie schneiden in seine Haut.
Der Wal, er ruft so laut er kann.
Der Ruf, er wird schon bald erhört.
Ein junges Kind hat ihn gehört.
Das Kind, es rettet allein den Wal.
Doch der Wal, er ist schon alt.
Dennoch bleibt die Bindung tief.

Doch bald die Freundschaft wird getrennt.
Der Wal, er muss zurück ins Meer.
Des Mädchens Herzen fühlt sich leer.
Doch weiß das Mädchen, der Wal muss frei sein.
Auch wenn das Mädchen dann ist allein.
Der Wal, er schwimmt zurück ins Meer.
Der Abschied liegt in ihm noch schwer.
Das Mädchen liebte ihn sehr.
Nun schwimmt der Wal so auf und ab.
Die Wellen machen platsch, platsch.
Der Wal, er sieht die Sonne hell.
Ihr Sonnenlicht, es blendet grell.
Der Wal, er schläft so langsam ein.
Er taucht in einen Traum hinein.
Dort sieht er viele bunte Fische.
Sie schwimmen in einem bunten Riffe.

Am nächsten Tag der Wal erwacht.
Er will ins bunte Riff vom Traum.
Der Meeresboden glitzert braun.
Er schwimmt nach vielen Kilometern vorbei
Und sieht die bunten Korallenreihen.
Die Fische, sie schwimmen im Zickzack vorbei.
Der Wal, er fühlt sein Herz so rein.
Er schwimmt im Einklang mit der Natur
Und spürt schon bald die Liebe pur.
Er fühlt den Wasserzauber tief in sich.
„Im Wasser tief, da gleite ich,
lasse meine Freundin nie im Stich.“
Zum letzten Mal singt der Wal sein Lied.
Nie er bloß das Wasser mied.
Er spürt die Ruhe tief in sich
Und denkt: „Nun hab‘ ich mich gefunden.“


