Unsere FSJ`ler

Konzept für die Beschäftigung von Mitarbeiter/innen im freiwilligen sozialen Jahr

Darstellung des Grundgedankens

  • An der Theodor-Storm-Schule werden seit vielen Jahren Kinder mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung integrativ beschult. Einige dieser Kinder erhalten eine Schulassistenz im Rahmen der Eingliederungshilfe, manche aber müssen den Schulalltag alleine bewältigen. Dies fällt den Kindern vor allem in offenen Situationen wie den Pausen aber auch im Rahmen des offenen Ganztagesangebots schwer. Der Wunsch der Eltern nach Teilnahme am Ganztag wird jedoch vermehrt festgestellt und sollte im Gedanken der Inklusion auch ermöglicht werden.
  • Im Rahmen der Integration werden vermehrt Kinder mit dem Förderschwerpunkt Lernen in den Grundschulklassen integrativ beschult. Diese Kinder erhalten in der Regel 1-2 Stunden Unterstützung pro Woche. In vielen Stunden im Schulvormittag sind sie mit ihren Lernschwierigkeiten jedoch auf sich alleine gestellt. Sie erhalten zwar differenziertes Unterrichtsmaterial, brauchen jedoch häufig zusätzlich Unterstützung und Erklärungen.
  • Innerhalb der Eingangsphase wird ein Förderschwerpunkt Lernen gar nicht diagnostiziert. Diese Kinder kommen also ohne Unterstützung in die Schule und müssen trotz möglicher Lernschwierigkeiten zunächst 3 Jahre Eingangsphase durchlaufen. In den großen Eingangsklassen ist es für diese Kinder schwierig, sich die Grundlagen des Lernens ohne Unterstützung anzueignen. Sie sind in dieser Phase des Lernens auf sich alleine gestellt, können aber gerade dies nicht. Es gilt Schulfrust zu vermeiden und jedem Kind individuelle Lernfortschritte zu ermöglichen.
  • Die Theodor-Storm-Schule ist seit 2010 DaZ-Zentrum. Das bedeutet, dass wir Kinder aus einem großen Umfeld (Bornhöved bis Kayhude)  in unserer Schule für ein bis zwei Jahre aufnehmen, um ihnen die Grundlagen der deutschen Sprache beizubringen. Diese Kinder haben durch ihre Wohnorte oft einen sehr langen Schulweg und einen insgesamt langen Schultag zu absolvieren. Sie sind oft aus Krisengebieten dieser Welt nach Deutschland geflohen und haben hier Asyl beantragt. Sie sind teilweise traumatisiert oder kommen aus einem ganz anderen Kulturkreis.
  • Seit 2010 sind wir offene Ganztagsschule. Im Rahmen dieses Angebots treffen sich viele Kinder aus sozial schwachen Familien in den Kursen. Die Südstadt von Bad Segeberg gilt als sozialer Brennpunkt der Stadt. Eine gute Betreuung, ein unterstützendes Angebot zum Erledigen der Hausaufgaben und motivierende Kursangebote sollen helfen, diesen Kindern eine Perspektive zu schaffen, ihnen sinnvolle Freizeitangebote zu bieten und somit ihr Lernen und Leben zu erleichtern.

All diese Aspekte in der Theodor-Storm-Schule führen zu einem erhöhten Personalaufwand. Wir benötigen Unterstützung in den Klassen und Gruppen sowie in der OGS. Die jungen Menschen im FSJ oder Menschen im Bundesfreiwilligendienst können in dieser Funktion helfende Dienste bei den benachteiligten Kindern unserer Schule leisten, die zusätzliche Hilfe und Unterstützung benötigen.

Mögliche Aufgabengebiete der FSJ`ler in der Grundschule

  • Unterstützung geistig- oder lernbehinderter Kinder in ihrem schulischen Alltag
  • Unterstützung aller Kinder bei lebenspraktischen Tätigkeiten
  • Unterstützung der DaZ-Kinder in ihrem schulischen Alltag oder auf dem Schulweg
  • Unterstützung und Orientierung aller Kinder im Rahmen der OGS
  • Angebot von eigenen Kursen im Rahmen der OGS
  • Unterstützung der ersten Klassen in ihrem schulischen Alltag, um allen Kindern einen guten Start zu ermöglichen
  • Mithilfe im Unterricht bei Stationsarbeit, Kleingruppenarbeit, Sportunterricht
  • Begleitung und Unterstützung ängstlicher Kinder bei Schuleintritt (Orientierung geben)
  • Begleitung bei Unterrichtsgängen, Ausflügen, Sportwettkämpfen
  • Mithilfe und Planung von schulischen Veranstaltungen, Projekttagen, Schulfesten, Sportveranstaltungen,
  • Unterstützung der Pausenengel und der Spielausleihe auf dem Schulhof
  • Unterstützung bei der Sicherstellung der Aufsicht

Schulung und Betreuung der FSJ`ler

An der Traveschule (Schule für Menschen mit geistiger Behinderung) werden die FSJler durch die Kollegin Frau Kessler geschult. An diesen Schulungen nehmen unsere Mitarbeiter/innen teilnehmen. Hier erfahren sie eine pädagogische Begleitung zu ihrer täglichen Arbeit. Diese dient dem Erfahrungsaustausch, soll aber auch zur Persönlichkeitsentwicklung der jungen Menschen und ihrer pädagogischen Bildung beitragen.  Eine Kooperation mit der Traveschule besteht durch die beiden Integrationsklassen sowieso. Kolleginnen der Traveschule arbeiten in unserem Haus und sind neben der entsprechenden Lehrkraft einer Klasse Ansprechpartnerinnen.

In der unterrichtlichen Arbeit wird der FSJ´ler durch eine Kollegin begleitet, die sich auch um alle besonderen Fragen und Belange des jungen Menschen kümmert. Sie ist die Ansprechpartnerin für die Aufgaben im schulischen Vormittag. In der Regel ist dies die Klassenlehrerin der 1. Klasse, in der die DaZ-Basisstufenkinder eingeschult werden.

Im Bereich der OGS, in der der FSJ´ler ebenfalls eingesetzt wird, ist die/der Koordinator/in der OGS Ansprechpartner/in, derzeit Herr Philipowski. Er bespricht mit dem FSJ´ler seine Aufgaben im „Offenen Ganztag“. Je nach Zutrauen und Vorkenntnissen werden hier die Einsatzgebiete festgelegt. Bei Problemen und Rückfragen steht Herr Philipowski zur Verfügung.

Auch unsere Schulsozialarbeiterin, derzeit Frau Hoffmann berät und unterstützt den FSJ´ler bei seinen Aufgaben und ist als Ansprechpartnerin und Ratgeberin vor Ort.

Selbstverständlich ist auch die Tür der Schulleiterin Frau Wolf jederzeit für die FSJ´ler offen.

Einsatz der FSJ’ler

Im optimalen Fall sollte jede erste Klasse einen FSJ’ler in seinem Team haben.
Diese Mitarbeiter würden die Kinder, die in der OGS eine Frühbetreuung besuchen, in Empfang nehmen, wenn keine anderen schulischen Aufgaben anliegen. Es wäre aber wichtig, dass sie die DaZ-Kinder (Deutsch als Zweitsprache), die von sehr weit her kommen, in den ersten Wochen auf ihrem Schulweg begleiten. Diese Kinder sprechen in der Regel kein Deutsch und brauchen dringend Hilfe und Unterstützung auf dem Weg. Diese Kinder haben meist in der Zeit von 7.40 Uhr bis 8.25 Uhr DaZ-Basisstufenunterricht, zu dem der FSJ´Ler  die Kinder begleitet und sie dort unterstützt.

In der Unterrichtszeit von 8.40 Uhr bis 12.20 Uhr wären sie in den ersten Klassen im Einsatz. In der Regel haben wir in jedem ersten Schuljahr Kinder in der DaZ-Basisstufe. Ferner sind in den ersten Klassen Kinder, die sich mit dem Start in die Schulzeit schwer tun und besondere Zuwendung und Aufmerksamkeit benötigen. Gerade die Kinder mit sozial-emotionalen Störungen oder Kinder, bei denen sich später der Förderschwerpunkt Lernen herausstellt, brauchen viel Unterstützung, die die Lehrkraft alleine kaum aufbringen kann. Außerdem schulen wir in der Regel alle zwei Jahre eine Integrationsklasse mit geistig behinderten Kindern ein.

Nach dem Unterricht begleiten die FSJ’ler die Kinder in die OGS und unterstützen sie dort vor allem bei der Erledigung der Hausaufgaben. Möglicherweise bietet der FSJ’ler einen eigenen Kurs im Rahmen der OGS an.

In bestimmten Ferienzeiten betreut der FSJ´ler gemeinsam mit den Mitarbeitern des Vereins für Jugend- und Kulturarbeit die Ferienbetreuungsangebote der Schule.

Rahmenbedingungen FSJ

  • Das freiwillige soziale Jahr ist ein Freiwilligendienst als Orientierungs- und Bildungsjahr für junge Menschen zwischen 16 und 27 Jahren. Für Schulen bietet sich ein Alter ab 18 Jahren an. Dauer: 6-18 Monate,  für den Schulbetrieb bietet sich ein befristeter Vertrag für 11 Monate an
  • Die wöchentliche Arbeitszeit beträgt 39 Stunden.
  • Der FSJ´ler erhält 150 € pro Monat Taschengeld. Dazu kommen monatlich 50.-€ für Unterkunft und 75 € für Verpflegung. Der Gesamtbetrag von 275€ wird als Geldleistung ausgezahlt. Im Weiteren gelten die arbeitsrechtlichen Vorschriften und gesetzlichen Regelungen.
  • Der Urlaubsanspruch der FSJ`ler richtet sich nach den gesetzlichen und tariflichen Vorschriften, wobei Urlaub grundsätzlich in den Ferien zu nehmen ist). Es finden -bezogen auf einen 12monatigen Dienst- mindestens 25 Seminartage pro Jahr (in den Ferien und an Samstagen) statt.
  • In der Schule wird der FSJ`ler durch Kolleginnen, den Leiter der OGS und unsere Schulsozialarbeiterin angeleitet. In Kooperation mit der Traveschule findet in der letzten Woche der Sommerferien ein Kompaktseminar statt. Ferner gibt es regelmäßige Seminare während der Beschäftigung als FSJ´ler.
  • Die TSS muss sich als Einsatzstelle für FDJler anerkennen lassen.
  • Die Zeit im  FSJ wird als Wartezeit auf die Studienplatzvergabe angerechnet.

Voraussetzungen und Chancen für den FSJ’ler

  • Freude und Interesse an der Arbeit mit Kindern vor allem auch mit behinderten oder lernschwachen oder ausländischen Kindern
  • Bereitschaft im Team zu arbeiten
  • Motivation, selbstständig zu arbeiten
  • Berufsorientierung nach der Schule
  • Interesse für und Reflektion über den Beruf als Lehrer, Sozialarbeiter oder Erzieher
  • Persönlichkeitsentwicklung
  • Einblick in Schulsozialarbeit